In diesem Blogbeitrag erzähle ich dir meine ganz persönliche Geschichte, wie es dazu kam, dass ich nach Spanien ausgewandert bin. Im Februar 2023 habe ich gemeinsam mit meinem Freund Iván dem grauen Norddeutschland den Rücken gekehrt – und wir sind an die sonnige Costa Blanca gezogen.
Die Sehnsucht nach dem Abenteuer
Ich bin von Natur aus ein abenteuerlustiger Mensch. Mit 18 Jahren begann ich meine Leidenschaft für das Reisen und das Entdecken ferner Länder zu entwickeln. Ich bereiste alleine die USA, einige Länder Afrikas und Neuseeland. Der Traum, einmal im Ausland zu leben, war immer da – doch über ein 3-monatiges Praktikum in Neuseeland im Rahmen meines Studiums ging es damals nicht hinaus.
Vom Beamtenstatus ins neue Leben
Stattdessen schlug ich eine vermeintlich sichere Laufbahn ein: Ich wurde Beamtin auf Lebenszeit. Nicht aus einem klaren Berufswunsch heraus, sondern eher aus kompletter Planlosigkeit. Irgendwas muss man ja schließlich erlernen, oder? Doch wie das oft so ist – wenn man einmal im System steckt, fällt es schwer, den richtigen Zeitpunkt für einen Ausstieg zu finden. Kennst du das?
Trotz der Sicherheit war ich in meinem Berufsleben zunehmend unzufrieden. Der Beamtenstatus brachte zwar viele Vorteile mit sich, fühlte sich für mich aber eher wie ein goldener Käfig an. Auch Iván war mit seiner beruflichen Situation nicht glücklich. Er ist Spanier – was uns die Entscheidung für ein Auswanderungsland natürlich etwas erleichtert hat. Er sehnte sich nach Sonne, ich nach Abenteuer. Ein perfektes Match.
Der Entschluss zur Auswanderung
Anfangs sprachen wir nur locker darüber, dass es doch schön wäre, in Spanien zu leben. Nichts Ernstes, nur vage Ideen. Doch eines Abends im September 2022 saßen wir zusammen auf dem Sofa und fassten einen Entschluss: Bis spätestens September 2023 wollten wir in Spanien leben. Also begannen wir mit den Vorbereitungen.
Iván bewarb sich bei Unternehmen in verschiedenen Teilen Spaniens. Ich erkundigte mich über die Möglichkeit einer Beurlaubung vom Beamtenstatus. Ich war nicht sicher, ob ich wirklich dauerhaft im Ausland leben wollte, zumal ich die spanische Sprache damals noch nicht fließend beherrschte. So gerne ich das Abenteuer suche: Ein gewisser Grad an Sicherheit ist mir doch wichtig.
Der Plan nimmt Fahrt auf
Doch alles nahm schneller Fahrt auf, als wir dachten: Iván bekam die Zusage für eine Stelle – mit Starttermin bereits im Januar 2023. Damit war klar: das Abenteuer Auswandern nach Spanien startet früher als geplant. Unser neues Zuhause: die wunderschöne Costa Blanca. 🌞
Ich konnte meine Beurlaubung ab Februar 2023 organisieren. Für mich stand fest: Erst einmal keine Jobsuche, sondern Zeit, um anzukommen und die Sprache zu lernen.
Während Iván nach unserem gemeinsamen Weihnachtsbesuch bei seiner Familie schon in Spanien blieb, flog ich für einen Monat zurück nach Deutschland, um alles zu regeln: Wohnung kündigen, Besitz auflösen (verkaufen, verschenken, einlagern), meinen letzten Monat arbeiten und vor allem: mich von meiner Familie, Freunden und meinem Zuhause verabschieden. Dann machte ich mich mit einer guten Freundin und vollgepacktem Auto auf den Weg gen Süden.
Die ersten Schritte in Spanien
Den Weihnachtsbesuch hatten wir kurzerhand zweckentfremdet: statt nur leckeres spanisches Essen und Familienfeiern zu genießen, standen plötzlich 500 Kilometer Autofahrten Richtung unseres neuen Zuhauses Alicante auf dem Plan – und das gleich mehrfach. Die erste Runde ging zur Wohnungssuche und Vertragsunterzeichnung (mit Fieber im Schlepptau 😷, beste Idee ever), die zweite zur Schlüsselübergabe und die dritte, um Iván endlich ins neue Zuhause zu bringen. Zwischen Feiertagen, Familienbesuchen und Kranksein fühlte sich das Ganze eher wie ein wilder Roadtrip an – nur ohne Urlaub. Zwei Wochen Chaos pur, aber immerhin mit Happy End. 😅
In der Nähe von Alicante suchten wir nach einer möblierten Mietwohnung – gar nicht so einfach! Viele Wohnungen waren alt und entsprachen nicht dem Standard, den ich aus Deutschland kannte. Mit nur einem Einkommen mussten wir außerdem auf das Budget achten.
Letztlich entschieden wir uns für eine Wohnung, die zunächst als Übergang gedacht war. Und was soll ich sagen? Zweieinhalb Jahre später wohnen wir immer noch hier – weil uns der Ausblick und der tolle Gemeinschaftsgarten mit Pool einfach entschädigt.
Unser Start in Spanien
So begann unser gemeinsames Leben in Spanien – mit viel Vorfreude, einigen Unsicherheiten und den ersten kleinen Hürden. Die Sprache, Bürokratie, das Einleben in eine neue Kultur – all das lag vor uns. Oder besser gesagt: vor allem vor mir. Für Iván war zwar der Ort neu, doch Sprache und Kultur waren ihm als Spanier natürlich mehr als vertraut.
Wie ich die Umstellung erlebt habe, erzähle ich dir in meinem Beitrag „Neuanfang in Spanien – Meine Erfahrungen und Tipps fürs Einleben“. Und auch meine Erlebnisse mit der spanischen Bürokratie habe ich für dich festgehalten: „Meine Behörden-Odyssee in Spanien: Anmeldung mit Hindernissen“.
Fazit: Den Mut zur Veränderung finden
Wenn ich heute zurückblicke, kann ich sagen: Der Schritt nach Spanien war einer der mutigsten und zugleich schönsten Entscheidungen meines Lebens. Natürlich war nicht alles einfach. Es gab Zweifel, Unsicherheiten und Momente, in denen ich mich gefragt habe: „Schaffen wir das wirklich?“ Doch genau diese Phasen haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, trotz aller Ängste ins Handeln zu kommen.
Der perfekte Zeitpunkt existiert nicht
Oft warten wir auf den perfekten Zeitpunkt – auf mehr Geld, mehr Sicherheit, bessere Sprachkenntnisse oder auf irgendein Zeichen, dass jetzt „der richtige Moment“ ist. Doch die Wahrheit ist: Diesen perfekten Moment gibt es nicht. Was es gibt, ist der Wunsch nach Veränderung und die Entscheidung, diesem Wunsch zu vertrauen.
Eine Reise zu mir selbst
Hätte ich auf absolute Sicherheit gewartet, wäre ich wahrscheinlich immer noch in meinem Beamtenjob in Deutschland. Und ich hätte all die Erfahrungen, Begegnungen und Gefühle, die ich hier in Spanien gesammelt habe, nie erlebt.
Das Auswandern nach Spanien war für mich nicht nur ein Ortswechsel. Es war vor allem eine Reise zu mir selbst. Ich habe gelernt (oder bin noch dabei? 😅), loszulassen, Vertrauen zu haben und offener zu werden für Neues. Und ich habe gemerkt: Veränderung fühlt sich nicht nur gut an, wenn alles reibungslos läuft. Veränderung fühlt sich dann gut an, wenn man merkt, dass man wächst.
Mein Rat an dich
Vielleicht trägst auch du diesen Traum in dir – sei es, im Ausland zu leben, einen neuen beruflichen Weg einzuschlagen oder einfach deinem Herzen zu folgen. Mein Rat an dich: Warte nicht darauf, dass alles perfekt ist. Fang an, auch wenn du noch nicht alle Antworten hast. Manchmal reicht ein erster kleiner Schritt – und der Rest ergibt sich unterwegs.
Denn am Ende wirst du dich wahrscheinlich nicht fragen, ob immer alles nach Plan gelaufen ist. Sondern ob du den Mut hattest, deinem Leben die Richtung zu geben, die du dir wirklich gewünscht hast. 🌍✨





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